Mein Weg zur schmerzfreien Periode – ohne Schmerzmittel und Pille!

Kennst du das? Starke Regelschmerzen, PMS und das Gefühl, deinem Zyklus hilflos ausgeliefert zu sein? Viele Frauen greifen zu Schmerzmitteln oder der Pille, um ihre Periodenbeschwerden in den Griff zu bekommen. Aber es gibt auch einen anderen Weg! In diesem Artikel teile ich meine persönliche Geschichte, wie ich es geschafft habe, ohne Medikamente schmerzfrei durch die Periode zu kommen.

Wer nach natürlichen Alternativen zu Schmerztabletten und hormoneller Verhütung sucht, findet hier meinen ehrlichen Erfahrungsbericht. Ich zeige dir, welche Methoden mir geholfen haben, meine Periodenschmerzen zu lindern und wie auch du deinen Zyklus besser verstehen und unterstützen kannst.

Wie war das denn bei dir? Wann hattest du zum ersten Mal das Gefühl, dass mit deiner Periode oder deinem Hormonzyklus irgendwas nicht stimmt? Was waren die ersten Symptome, nach denen du gegoogelt hast?

Mein Weg durch die Höhen und Tiefen des Menstruierens (bis zu einem bestimmten Punkt waren es überwiegend Tiefen) hat schon recht früh begonnen, und zwar so:

Meine Erfahrungen mit Menstruationsproblemen – und 13 Schritte zur Besserung

  1. Die ersten Regelschmerzen: Pünktlich nach Lehrbuch habe ich meine Regel mit 13 Jahren bekommen. Ich hatte schon bei meiner allerersten Periode Bauchkrämpfe, hab es aber – weil ich auch den klassischen Periodendurchfall hatte – auf die Verdauung geschoben. Meine Mutter holte mir Buscopan-Tabletten, die krampflindernd wirken. Vermutlich aber eher auf die Darmmuskulatur, gegen meine Unterleibskrämpfe haben sie jedenfalls nicht geholfen. Einige Jahre später war Buscopan nicht mehr rezeptfrei in der Apotheke zu kriegen – da bekam ich zum ersten Mal eine Ahnung davon, wie verrückt das eigentlich ist, sich Schmerzmittel wie Smarties reinzuwerfen (ein Disclaimer an der Stelle: haltet euch immer an die Dosierungsempfehlungen und sprecht mit einem Arzt/einer Ärztin! Mit Überdosierung ist nicht zu spaßen und alle Medikamente – auch Vitaminpräparate – können ernste Nebenwirkungen haben!)
  2. Ein stärkeres Schmerzmittel wurde ins Rennen geführt. Die Tabletten waren riesig und staubtrocken, ich erinnere mich noch daran, dass ich sie in mehrere Teile brechen musste, um sie überhaupt runterzukriegen. Geholfen haben sie auch nicht.
  3. Mit 15 war ich das erste Mal bei einer Frauenärztin. Primäre Dysmenorrhö, also eine schmerzhafte Regelblutung wurde „festgestellt“ (ok, Sherlock…), aber nicht weiter drauf eingegangen. Weil ich ja jetzt sowieso einen Freund hatte, wurde mir die Pille verschrieben. Eine „ganz leichte“, damit auch mein Busen nicht noch größer wurde, und um eben meine Hormone in geordnete Bahnen zu lenken.
  4. Long story short: es begannen grauenhafte Pillen-Jahre. Die Brüste wuchsen trotzdem und spannten unangenehm, zugleich litt ich an ungeheuren Stimmungsschwankungen und aufbrausender Reizbarkeit, die aber nur der Pubertät zugeschoben wurden. Starke Akne hatte ich trotzdem, und die Regelschmerzen wurden auch nicht besser. Zur Matura mit 18 habe ich die Pille über mehrere Monate durchgenommen, damit ich bloß nicht im falschen Moment meine Tage bekomme. In all den Jahren war mir nicht bewusst, dass ich jetzt nicht ewig mit dieser Pillensorte verheiratet war, sondern ich auch eine andere probieren hätte können (und sollen). Jahrelang hatte ich den Eindruck, eine überemotionale, weinerliche Persönlichkeit zu haben – als wäre die Pubertät nicht ohnehin schon die reinste Horrorshow fürs Ego.
  5. In den nächsten Jahren hab ich eine Zeit lang im Ausland studiert und um Kosten zu sparen nach über vier Jahren die Pille einfach nicht weiter genommen. Meine Haut hat sehr gelitten, die Blutung war schwach und unregelmäßig und meine Depression war vielleicht nicht nur dem miserablen Wetter meines nordischen Gastlandes geschuldet Als mein Freund zu Besuch kam, hab ich sie wieder genommen (was auch bezüglich der Verhütungssicherheit reinster Irrsinn ist. Macht das nicht!!) In einem Email aus dieser Zeit ist zu lesen „Die Regel bekomm ich nur total schwach, mein armer Körper ist komplett überfordert – Pille on-off, dazu die Dunkelheit. Da kommt meine Hypophyse wohl nicht mehr mit… Naja, solange der Bauch zwickt, weiß ich, dass alles in Ordnung ist… :)“ – Ähmmm…
  6. Zur „Besserung“ der anhaltenden Symptome bekam ich im Jahr darauf den Nuvaring verschrieben. Dass dadurch irgend etwas besser geworden wäre, könnte ich mich nicht mehr erinnern. Aber hinzu kamen langanhaltende und ständig wiederkehrende Scheideninfektionen, sowohl durch Pilze als auch Bakterien. Erst wieder ein Jahr später war mal eine Frauenärztin imstande, das mit einem passenden Antibiotikum in den Griff zu bekommen. Allerdings auch nur für kurze Zeit. Zumindest war da schon mal die Erkenntnis, dass es sich dabei um ein behebbares Problem handelt, nicht um eine „ist halt so“ falsche Einstellung bei meinem Körper. Ganz schlimm finde ich, dass so eine chronische Vaginose ja auch schwerwiegende Folgen haben kann, z. B. Unfruchtbarkeit. Das als „naja, damit müssen Sie halt leben“ oder gar „das ist Ihr Problem“ abzutun, finde ich krass.
  7. Ich war dann noch einmal eine Zeit lang im Ausland und habe da die Regel nur noch alle 50-55 Tage bekommen. Die hormonelle Verhütung habe ich damals eingestellt und mich auch erstmals über das Absetzen der Pille informiert.
  8. Ungefähr zur selben Zeit haben sich meine Symptome noch weiter verschlechtert. Nach meiner Rückkehr habe ich die Menstruationstasse ausprobiert – zu den Pilzinfektionen gesellten sich muntere Bakterien, obwohl ich sehr auf Hygiene achtete. Ich glaube, mein Körper mag einfach eine Fremdkörper (Nuvaring, Mens-Tasse). Meine Regelkrämpfe wurden so heftig, dass ich erbrechen musste. Weil ich eine pathologische Angst vor dem Erbrechen hatte, kam zum allgemeinen Unwohlsein während der Periode also auch noch die Angst vor ihr – und davor, die Schmerzen nicht rechtzeitig mit Medikamenten abwehren zu können. Meine Frauenärzte (ein Kassenarzt, eine private) konnten mir nur wieder Schmerzmittel verschreiben. Der Kassenarzt lachte unverhohlen, „Na, Buscopan bringt nix!“ – aber das von ihm verschriebene Schmerzmittel halt auch kaum. Durch Zufall fand ich zu einem neuen Schmerzmittel, mit dem ich mich zumindest wohl fühlte. Nicht wie erschlagen und überfahren. Dass meine Gebärmutter immer noch krampfte, spürte ich allerdings auch unter dem Mäntelchen des Schmerzmittels, mein Bauch fühlte sich an wie eine glühende Kohlegrube, in der jemand mit einer rostigen Mistgabel herumstocherte. Ich FÜHLTE richtig, dass meine Gebärmutter entzündet war! „Nachweisen“ konnte das aber natürlich niemand.
  9. Nach und nach musste ich die Dosis der Schmerzmittel immer weiter steigern, um halbwegs durch die Tage zu kommen. Ich kannte meine Symptome inzwischen so gut, dass ich exakt zwei Tage vor der Periode schon wusste, dass ich sie bekommen würde. Entsprechend plante ich alles: Schmerzmittel, Ausreden finden um mich von der Arbeit krankschreiben zu lassen, und Tee trinken, der angeblich gegen die Krämpfe helfen sollte. Ich probierte TENS-Geräte, Akupressur, ätherische Öle. Ich recherchierte über die Möglichkeit, mir die Gebärmutter entfernen zu lassen, weil ich sie inzwischen so hasste. Mit der Idee, mich zu einem Facharzt für Endometriose überweisen zu lassen, ging ich noch einmal zu einer neuen Frauenärztin. Die war der Oberknüller.
  10. Endometriose fegte sie sofort vom Tisch, weil meine Gebärmutter aussah „wie aus dem Bilderbuch“, stattdessen „empfahl“ sie mir, weil ich ja ohnehin schon „im richtigen Alter“ sei, „doch einfach ein Kind zu bekommen“ – danach würde sich die Symptomatik „oft“ bessern. Mir fiel in dem Moment keine Antwort ein. Sie gab mir eine Arzneimittelprobe mit: ein Nahrungsergänzungsmittel für den Kinderwunsch, zur Vorbereitung der Gebärmutter auf eine Schwangerschaft. Das fand ich interessant: Mikronährstoffe konnten die Gebärmutter aufbauen? Was waren das für Wundermittel? Ich recherchierte die enthaltenen Nährstoffe und ihre Wirkung. Und stellte fest: die waren nicht nur wichtig für eine Schwangerschaft, sondern für die ganze Bandbreite der Hormonbalance, Gewebegesundheit und einen „normalen“ weiblichen Hormonzyklus – mir stand nur noch der Mund offen, so dröhnend fiel der Groschen. Warum hatte mir das keiner meiner Ärzte je gesagt?
  11. Und so begann es. Mein Weg zu einem gesunden Zyklus würde noch fast zwei weitere Jahre dauern, aber er begann in diesem Moment und ich bin meiner Frauenärztin unendlich dankbar für diesen selten dämlichen Tipp. Statt das Kombipräparat zu nehmen, stellte ich mir meinen eigenen Supplemente-Plan zusammen – so viele Studien hab ich nicht einmal gelesen, während ich meine Masterarbeit geschrieben habe. Ich wollte ALLES wissen: unter welchen Umständen welcher Nährstoff wie wo und wie stark wirken konnte – aber ich musste schon bald feststellen, dass kaum eine Wirkung wirklich anhand von zuverlässigen (doppelverblindeten, klinischen) Studien nachgewiesen war. Trotzdem fing ich an, regelmäßig Supplemente zu nehmen. Und tatsächlich – tatsächlich! – bemerkte ich eine Verbesserung vor allem bei meinen PMS-Symptomen. Vielleicht war das aber nur der Placebo-Effekt (der bis zu 30% der Verbesserung ausmachen kann).
  12. Das Thema ließ mich nicht mehr los und ich stieß bei meinen weiteren Recherchen auf einen Kurs zu zyklusgerechter Ernährung (die Anbieterin entwickelt mittlerweile zusammen mit einem Endometriosezentrum eine App, die helfen soll, Endometriose-Beschwerden zu lindern: mynalu.com/endo-flow). Der Mini-Kurs lieferte mir das letzte Puzzlestück: nur Supplemente zu nehmen, aber den sonstigen Lifestyle weiter zu führen wie bisher, war nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Eine Veränderung müsste ganzheitlich sein: im Rhythmus des Zyklus leben, das heißt, auch Stressbewältigung, Entspannung, Schlaf und Erholung, Bewegung und letztlich die richtige Ernährung in den Alltag – in den Monatsverlauf – zu integrieren ohne sich dabei unter Druck zu setzen, sollte das Ziel sein. Der Kurs arbeitete stark mit den Prinzipien des Ayurveda, und alles machte plötzlich Sinn für mich: meine Aggression und Gereiztheit vor der Menstruation, wenn ich mich fühlte als würde in mir ein Flächenbrand wüten; meine Erschöpftheit rund um den Eisprung (keineswegs der Energie-Höhepunkt meines Zyklus!) wenn ich das Gefühl hatte, wortwörtlich zu versumpfen; das Bedürfnis, mich einfach nur in einer Höhle verkriechen zu wollen während der Blutung. Also krempelte ich mein Leben auf links und versuchte, mich im Rhythmus und nach den Prinzipien des Ayurveda zu ernähren – so gut ich es eben hinbekommen habe.
  13. Und siehe da: ich wurde mir meiner Symptome viel bewusster; ich lernte, feinfühlig auf die Bedürfnisse meines Körpers zu reagieren; ich fühlte mich gelassener und zuversichtlicher, und nicht mehr so, als müsste ich ständig gegen meine verhasste Gebärmutter ankämpfen. Und ich merkte nach und nach kleine Veränderungen: meine PMS-Symptome wurden viiiiel besser, außer wenn ich grade eine stressige Phase hatte. Meine Blutung wurde regelmäßig, stärker und schön rot – in dem Moment, als ich das Blut sah, wusste ich: SO ist das normal, so und nicht anders. Ich fühlte doch immer, dass irgendwas nicht stimmte! Ich achtete darauf, Lebensmittel zu reduzieren, die schlecht für die Hormone sind, und mehr Lebensmittel zu essen, die in der jeweiligen Zyklusphase gut sind. Diejenigen Nährstoffe, die ich als Vegetarierin aus der Ernährung nicht genügend bekam, nahm ich weiter als Supplemente. Monat für Monat stellte ich Schritt für Schritt mein Leben auf „make Zyklus great again“ um. Ernährung, Arbeit, Freizeit, Verhütung – ich machte nur noch das, was meinem Zyklus und mir gut tat. Und nach ungefähr zwei Jahren bekam ich zum ersten Mal überhaupt in meinem Leben eine Periode, die mich komplett überraschte – ich hatte sie einfach nicht kommen gespürt.

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie wichtig es ist, den Körper und seine Signale ernst zu nehmen. Mein Weg zu einem gesunden Zyklus war lang, weil ich auch überhaupt nicht wusste, wo ich anfangen sollte. Aber er hat sich gelohnt: Durch die richtige Ernährung, angepasst an die verschiedenen Zyklusphasen, und einen bewussteren Lebensstil konnte ich meine Periodenschmerzen und PMS-Symptome deutlich verbessern und bin heute überwiegend schmerzfrei. Vor allem aber habe ich ein super Verhältnis zu meinem Körper und sehe meine Gebärmutter als „Partnerin“ an, nicht als Todfeindin wie früher.

Möchtest auch du deinen Zyklus besser verstehen und mit der richtigen Ernährung unterstützen? In meinen Zyklusfood-Rezepten findest du leckere und nährstoffreiche Gerichte, die speziell auf die verschiedenen Zyklusphasen abgestimmt sind. Mach dich auf den Weg zu einem harmonischeren Zyklus – denn jede Frau* verdient es, ihre Periode nicht als Belastung, sondern als natürlichen Teil ihres Lebens zu erleben.⁠​